Meine Wunschdomain

ist eine Agentur für angewandte Performance-Kunst, die sich zwischen Kunst, klarer Dienstleistung und Kommunikation, Techniken der Selbsthilfe, des Empowerments und dem intimen Event, bewegt. Die Agentur wurde 2013 von den Künstlerinnen Julia Nietzsche (aka Julia Nitschke) und Knut Schultz (aka Ruth Schultz) gegründet. In ihren Performances treten sie als Orakel in Erscheinung – und verbreiten wunderbare künstlerische Strategien für den Alltagsgebrauch an ihr Publikum. Knut und Julia geben ihren Besucher*innen konkrete Erfahrungen und Strategien aus der künstlerischen Arbeit weiter. Dafür sind sie nicht nur ein Medium, sie benutzen auch Medien (vorzugsweise Haushalts- und Unterhaltungselektronik), um Nachrichten aus einer anderen Bewusstseinsebene an ihr Publikum weiterzuleiten.
Dafür greifen sie sowohl auf Strategien aus der eigenen Theater- und Performancearbeit zurück, featuren aber auch andere Künstler*innen in ihren Orakelsessions.
Für das Jahr 2017 erhielt “Meine Wunschdomain” das Stipendium zur Individuellen Künstlerischen Entwicklung des European Centre for Creative Economies. Im Rahmen dieses Stipendiums haben die beiden Künstlerinnen ihr Konzept von (Medien)kunst aktiv und durch Vorbilder erweitern können und das sehr genossen.
Die Wunschdomain zeigt ihre Performances u.a. hier: aNOther Festival 2018, Wien; FIDENA, Figurentheater-Festival 2018, Bochum, LutherLAB 2017, Bochum; Prinz-Regent-Theater, Bochum, GARAGE, Zürich, Campfire Festival 2017, Dortmund; BO-Biennale, MINI_ANTI_PRO-BIENNALE, Venedig, in der Galerie Sprechsaal, Berlin oder dem atelier automatique, Bochum und den Sophiensaelen, Berlin. In 2018 hatte das Orakel eine digitale Residenz des FAVORITEN-Festivals, Dortmund und war auf der Convention der c/o pop (Köln) zu sehen, sowie auf dem Festival FAMILIA*FUTURA (Dresden).

KNUT SCHULTZ (AKA RUTH SCHULTZ)

Ruth Schultz arbeitet in verschiedenen Zusammenhängen als Regisseurin und Mixed-Media-Artist – für Meine Wunschdomain ist sie als Knut Schultz aktiv. Nach dem Magisterabschluss in Literaturwissenschaften in Florenz, studierte sie bis 2010 Schauspiel-Regie an der Folkwang UdK (Essen). Mit Freude an allzu menschlicher Medienkunst und magischen Momenten realisiert sie performative und filmische Arbeiten, Soundinstallationen und genreübergreifende Experimente. Sie ist künstlerische Leiterin und Mitgründerin von Paradeiser Productions. Ihre Schwerpunkte dort sind Konzept/Text und Regie/Choreographie.
Gemeinsam mit Julia Nitschke, die sie im Master-Studiengang “Szenische Forschung” an der RUB Bochum kennengelernt hat, gründete sie Meine Wunschdomain, die Agentur für angewandte Performance-Kunst. Hier sind beide Künstlerinnen als menschliche Medien aktiv und verknüpfen Kunst, Care-Work und verschiedenste Medien.

In unterschiedlichen Zusammenhängen (u.a. beim Bundesprogramm “Bündnisse für Bildung”, beim NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste und an der msa (münster school of architecture) ist Ruth Schultz als Dozentin tätig. Sie war von 2015 bis 2017 Vorstandsmitglied des NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste.
In der Spielzeit 2019/2020 entwickelt sie sie mit Paradeiser Productions einen interaktiven utopischen Abend für Menschen ab 10 für das Landestheater Wilhelmshaven.

Gerade hat Ruth Schultz ihre mehrjährige Ausbildung zur Achtsamkeitstrainerin abgeschlossen und freut sich über die inhaltlichen und formalen Wechselwirkungen mit ihrem künstlerischen Output.

JULIA NIETZSCHE (AKA JULIA NITSCHKE)

Julia Nitschke ist Performance-Künstlerin. Sie hat Soziale Arbeit und Szenische Forschung studiert und forscht zu (Internet-)Phänomene der aktuellen Katzenbildkultur und stellt damit dringende Fragen nach unserer Welt und unserem Leben. Ihr Kollektiv *Meine Wunschdomain* entwickelt in ihren Orakelaufführungen Visionen für eine utopische und solidarische Zukunft. Darüber hinaus interessiert sie sich für politisch-performative Denk-Formate für alle*, die gemeinsam mit Caroline Kapp und Eva Busch konzipiert werden. Zuletzt haben sie ihre Arbeit Failed Record in den Münchner Kammerspiele gezeigt. Mit Eva Busch teilt sie seit 2018 einen Lehrauftrag am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu „Queering Arts Education and Media Culture“. 2019 war sie Teil der Ausstellung Hactivate Yourself in Hong Kong. Im Rahmen des Ruhr Dings 2019 konzipierte sie mit Eva Busch die Ausstellung „Emanzenexpress_ gemeinsam sind wir gemeiner.“, die in Kooperation mit Urbane Künste Ruhr und der Akademie der Künste der Welt im atelier automatique stattfand.
In Bochum gründete und betreibt Nitschke das atelier automatique, einen gemeinsamen Arbeitsplatz für Künstler*innen und einen Off Space für die lokale Kunstszene.

EIGENWILLIGE MEDIENKUNST

Wenn Knut und Julia gemeinsam arbeiten, ermöglichen sie ihren Gästen einen Blick in die Zukunft.
Sie stellen sich Menschen und deren konkreten Fragen an das Leben als Medium zur Verfügung.
Häufig, indem sie ihnen Medien zur Verfügung stellen (z.B. Katzenvideos oder Bücher). Deshalb macht die Wunschdomain Medienkunst. Diese Medienkunst ist auf jedes Gegenüber individuell zugeschnitten und bezieht ihre Anziehungskraft aus der sweeten Verbindung von Kunst und Care-Work.

ORAKEL=

KÜNSTLERISCHE STRATEGIEN +AUFMERKSAMKEIT+ ZUFALL

Die Wunschdomain bietet in ihren Performances ihre achtsame Präsenz und Aufmerksamkeit an, um inneren und äußeren Raum für das zu schaffen, was ihre Gäste bewegt oder blockiert. Die Besucher*innen kommen mit bewußten oder unbewußten, großen oder kleineren Fragen. Zur Beantwortung dieser Fragen benutzen Knut und Julia verschiedene Methoden:
Sie geben in den Orakelsessions konkrete Erfahrungen und Strategien aus der künstlerischen Arbeit weiter, die sie auf die Fragestellung des Gastes beziehen. Dafür greifen sie sowohl auf Strategien aus der eigenen Theater- und Performancearbeit zurück, featuren aber auch andere Künstler*innen. Der Zufall spielt eine zentrale Rolle in den Performances, Meine Wunschdomain nutzt ihn als das Tor zu anderen Dimensionen der Realität (whatever that is). Auf diese Weise wird die Fantasie der Gäste geweckt und gesteigert und es zeigen sich neue Wege und Möglichkeiten. Das ist wunderbar.